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Tiere

Massentierhaltung von Legehennen in der Eierproduktion

Mo 06.08.2018

Bildquelle: shutterstock.com / zhangyang13576997233

Hühner sind nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland die meist genutzten Tiere. Der Eierkonsum hat erhebliche Auswirkungen auf das Wohlergehen der Hühner. So müssen sie während Zucht und Haltung diverse schmerzhafte Eingriffe über sich ergehen lassen, um den unnatürlichen Haltungsbedingungen angepasst zu werden. ProVeg macht auf die Situation der Legehennen aufmerksam und weist auf gesunde Alternativen zu Hühnereiern hin.

Grundbedürfnisse von Hühnern

Hühner sind soziale Tiere. Unter natürlichen Bedingungen leben sie in Gruppen von bis zu 20 Hennen und einem Hahn.1Brade, W. et al. (eds) (2008): Legehuhnzucht und Eiererzeugung: Empfehlungen für die Praxis. Landbauforschung Sonderheft 322. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut. Verfügbar unter https://www.thuenen.de/media/publikationen/landbauforschung-sonderhefte/lbf_sh322.pdf. [02.01.2017] Die Gruppen haben eine stark ausgeprägte Hierarchie, die Hackordnung genannt wird und ein friedliches Zusammenleben sicherstellt.2Smith, C. L. & S. L. Zielinski (2015): Schlaue Hühner. Verfügbar unter http://www.spektrum.de/news/schlaue-huehner/1342910. [01.08.2018]

Die Hälfte ihres Tages verbringen Hühner mit der Nahrungssuche, bei der sie scharren, picken und umherstreifen.3Hoy, S., (ed) (2009): Nutztierethologie: 35 Tabellen. UTB Agrarwissenschaften, Veterinärmedizin 3312. Stuttgart: Ulmer. S. 210 Die tägliche Gefiederpflege dient ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit. Dazu gehört auch die Lieblingsbeschäftigung der meisten Hühner – ein Bad in Erde, Sand oder Staub. Hühner halten sich tagsüber meist auf dem Boden auf, aber bei Gefahr und zum Ruhen fliegen sie erhöhte Plätze an, sie sitzen zum Beispiel gern auf Bäumen.4Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.: Artgerechte Tierhaltung: Hühner. Verfügbar unter: https://etnev.de/tierschutz/artgerechte-tierhaltung/huehner [01.08.2018] 5HühnerHaltung: Wissenswertes rund ums Huhn. Verfügbar unter: https://www.huehner-haltung.de/haltung/verhalten/wissenswertes/ [01.08.2018]

Hühner sind intelligente und empathische Individuen

Hühner sind kluge und einfühlsame Individuen mit eigenem Charakter. Ihre Kommunikation ist äußerst komplex – mindestens 24 verschiedene Laute wurden bislang dokumentiert.6Collias, N. E. (1987): The Vocal Repertoire of the Red Junglefowl: A Spectrographic Classification and the Code of Communication. The Condor, no. 89 (n.d.): pp. 510–24. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass die kognitiven Fähigkeiten von Hühnern denen von Säugetieren wie Hunden, Katzen und sogar Primaten entsprechen.7Smith, C. L. & S. L. Zielinski (2015): Schlaue Hühner. Verfügbar unter http://www.spektrum.de/news/schlaue-huehner/1342910. [02.01.2017] Sie verstehen beispielsweise, dass kürzlich versteckte Gegenstände noch vorhanden sind, was über die kognitiven Fähigkeiten eines Kleinkindes hinausgeht. Frisch geschlüpfte Küken können bereits komplexe mathematische Operationen durchführen.8Rugani, R., L. Fontanari, E. Simoni et al. (2009):. Arithmetic in Newborn Chicks. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences 276, no. 1666 (July 7, 2009): pp. 2451–60.

Auch ihre emotionalen Fähigkeiten sind beeindruckend: Sehen Glucken (Hühnermütter), wie ihr Nachwuchs unter Stress leidet, zeigen sie die gleichen Stresssymptome. Sie können sich also in andere hineinversetzen und mitfühlen.9Nature 471, no. 7338 (March 17, 2011): 268–268. doi:10.1038/471268c. 10Edgar, J.L., E.S. Paul & C.J. Nicol (2013): Protective Mother Hens: Cognitive Influences on the Avian Maternal Response. Animal Behaviour 86, no. 2, pp. 223–29. doi:10.1016/j.anbehav.2013.05.004. Zudem schließen Hühner enge Freundschaften und bevorzugen die Nähe von vertrauten Artgenossinnen und Artgenossen.11Hauser, J. & B. Huber-Eicher (2004): Do Domestic Hens Discriminate between Familiar and Unfamiliar Conspecifics in the Absence of Visual Cues? Applied Animal Behaviour Science 85, no. 1–2 (January 2004): pp. 65–76.

Zucht sogenannter Hochleistungshennen in der Massentierhaltung

Heutzutage kommen in der Eierproduktion ausschließlich sogenannte Lege-Hybriden zum Einsatz, also Hennen, die auf eine möglichst hohe Legeleistung hin gezüchtet wurden. Diese Legeleistung wird zusätzlich noch durch künstliche Beleuchtungsprogramme gesteigert, welche die Wachphasen der Tiere verlängern und großen körperlichen Stress für sie bedeuten. Das Ergebnis: Die Hochleistungshennen legen rund 300 Eier im Jahr.12Statistisches Bundesamt (2016): Tiere und tierische Erzeugung – Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltun.gsformen_DE.html [27.01.2018] Nicht auf Hochleistung gezüchtete Hennen würden wie ihre wildlebenden Verwandten, die Bankivahühner, höchstens 40 Eier im Jahr legen.13Hoy, S., (ed) (2009): Nutztierethologie: 35 Tabellen. UTB Agrarwissenschaften, Veterinärmedizin 3312. Stuttgart: Ulmer. S. 204 Diese unnatürlich hohe Legeleistung zehrt ihre Körper aus. Unfälle und Krankheiten wie Knochenbrüche und Eileiterentzündungen gehören in der Massentierhaltung ebenso zum Alltag wie der vorzeitige Tod der Legehennen.

Haltungsbedingungen von Legehennen

In Deutschland werden jährlich über 40 Millionen Hühner zur Eierproduktion gehalten, die etwa 12 Milliarden Eier produzieren.14Statistisches Bundesamt (2015): Tiere und tierische Erzeugung: Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltungsformen_DE.html [03.04.2017] 15Statistisches Bundesamt (2017): Knapp 12 Milliarden Eier in Deutschland im Jahr 2016 produziert. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/AktuellGefluegel.html [04.04.2017] Nach einem Verbot der konventionellen Käfighaltung hat in den letzten Jahren ein Strukturwandel stattgefunden. Die Legehennenhaltung erfolgt in 4 unterschiedlichen Formen, die im Folgenden näher beschrieben werden.

Hühner in der Bodenhaltung

In der sogenannten Bodenhaltung teilen sich 9 Hühner eine Fläche von einem Quadratmeter. Dabei leben insgesamt bis zu 6.000 Tiere in einer Gruppe.16TierSchNutzV: Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer
zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung
Bei dieser Anzahl können Hühner keine stabile Rangordnung etablieren, die für das Miteinander der Hühner aber von großer Bedeutung ist. Die Folgen sind enorme Stressbelastungen und ständige Auseinandersetzungen.17Hoy, S., (ed) (2009): Nutztierethologie: 35 Tabellen. UTB Agrarwissenschaften, Veterinärmedizin 3312. Stuttgart: Ulmer. S. 207 – 209 Aufgrund der Enge haben schwache Tiere zudem keine Möglichkeit, dominanten Artgenossinnen aus dem Weg zu gehen. Auch die Ausstattung ist alles andere als tiergerecht. Nur ein Drittel des Bodens muss mit Einstreu bedeckt sein, der restliche Untergrund besteht aus Gittern, die für die Füße der Hühner äußerst schmerzhaft sind. Die sensiblen Tiere erleiden häufig Verletzungen, die sich unbehandelt bei der mangelnden Hygiene leicht entzünden. In Deutschland leben 63 % der Legehennen in der Bodenhaltung.18Statistisches Bundesamt (2016): Tiere und tierische Erzeugung: Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltungsformen_DE.html [03.04.2017]

Hühner in der Freilandhaltung

Auch bei der sogenannten Freilandhaltung verbringen die Hühner die meiste Zeit in Stallanlagen. Die Bedingungen in diesen Anlagen sind identisch mit denen der Bodenhaltung. Zusätzlich muss jedoch tagsüber ein Auslauf außerhalb der Ställe ermöglicht werden. Der Außenbereich ist im besten Fall bewachsen und bietet Überdachungen oder Büsche als Schutz vor natürlichen Feinden wie zum Beispiel Greifvögeln.19Commission Regulation (EC) No 557/2007 of 23 May 2007 laying down detailed rules for implementing Council Regulation (EC) No 1028/2006 on marketing standards for eggs In der Praxis kommt es vor, dass der Zugang ins Freie an manchen Tagen verschlossen bleibt oder sich so viele Hühner davor drängen, dass Tiere aus dem hinteren Teil des Stalls nicht nach draußen gelangen. Werden keine Unterschlupfmöglichkeiten angeboten, nutzen die Tiere die Außenfläche aus Angst vor Fressfeinden kaum. Etwa 18 % der deutschen Legehennen leben in der Freilandhaltung.20Statistisches Bundesamt (2016): Tiere und tierische Erzeugung: Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltungsformen_DE.html [03.04.2017]

Hühner in der Biohaltung

Die Bedingungen in der Biohaltung sind bis auf wenige Ausnahmen mit denen der Freilandhaltung identisch. Pro Quadratmeter Stallfläche dürfen bis zu 6 Hennen gehalten werden. Die Gruppengröße ist auf 3.000 Legehennen je Stalleinheit begrenzt. Aber auch diese Anzahl übersteigt die natürliche Gruppengröße von 20 Hennen um ein Vielfaches und sorgt für die bereits genannten Stresssymptome. Legehennen in der Biohaltung sind die einzigen, deren Schnäbel nicht gekürzt werden. Etwa 10 % der deutschen Legehennen leben in Biohaltung.21Statistisches Bundesamt (2015): Tiere und tierische Erzeugung: Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltungsformen_DE.html [03.04.2017]

Hühner in der Käfighaltung

Die klassische Legebatterie, die jedem Huhn eine Fläche von lediglich 550 cm² zugesteht (das ist weniger als eine DIN-A4-Seite), ist in Deutschland seit 2010 verboten.22BMEL (2009): Ab 2010 keine Eier mehr aus Käfighaltung. Pressemitteilung Nr. 299 vom 29.12.09. Verfügbar unter http://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2009/299-LI-Ab2010keineEierAusKaefighaltung.html [03.04.2017] Erlaubt ist hingegen die Haltung in sogenannten ausgestalteten Käfigen oder auch Kleingruppenkäfigen, in denen jedes Huhn eine Fläche von rund 800 cm² zur Verfügung hat. Bis zu 60 Hennen leben in diesen Kleingruppenkäfigen, die in verschiedene Funktionsbereiche unterteilt sind. Aufgrund der Enge können die Tiere ihre natürlichen Bedürfnisse aber kaum ausleben. Laufen, Flügelschlagen, ein Sandbad oder ausgiebige Futtersuche sind nur eingeschränkt möglich. Damit leben heute immer noch etwa 8 % aller Legehennen in Deutschland in viel zu kleinen Käfigen.23Statistisches Bundesamt (2016): Tiere und tierische Erzeugung: Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltungsformen_DE.html [03.04.2017]

Schnabelkürzen bei Küken in der Massentierhaltung

Die Schnäbel der Küken werden gekürzt, um Federpicken und Kannibalismus vorzubeugen. Diese Verhaltensweisen resultieren aus der Enge und dem Stress, denen die Hühner in der Eierproduktion ausgesetzt sind.24Bilcík, B. & L. J. Keeling (2000). Relationship between Feather Pecking and Ground Pecking in Laying Hens and the Effect of Group Size. Applied Animal Behaviour Science 68, no. 1 (May 5, 2000): pp. 55–66. Statt die Haltungsbedingungen in der Massentierhaltung zu verbessern, werden so die Tiere den Produktionsbedingungen angepasst.

In den meisten Fällen wird die Spitze des Schnabels mit einer heißen Klinge abgetrennt oder gegen eine heiße Metallplatte gepresst. Beides erfolgt ohne vorherige Betäubung. Da der Schnabel von Nerven durchzogen und sehr empfindlich ist, verursachen diese Eingriffe bei den Küken starke Schmerzen, die langfristig zu chronischen Beschwerden führen können.25Breward, J., & M. J. Gentle (1985): Neuroma Formation and Abnormal Afferent Nerve Discharges after Partial Beak Amputation (Beak Trimming) in Poultry. Experientia 41, no. 9 (September 15, 1985): pp. 1132–34

Kükenschreddern: Töten männlicher „Eintagsküken“

In der Eierproduktion sind männliche Küken aus ökonomischer Sicht wertlos: Sie legen keine Eier und sind nicht für die Mast geeignet, da sie deutlich weniger und langsamer Fleisch ansetzen als sogenannte Masthähnchen. Daher werden insbesondere in der Massentierhaltung jedes Jahr 48 Millionen männliche Küken an ihrem ersten Lebenstag aussortiert und getötet.26Statistisches Bundesamt (2016): Eingelegte Bruteier, Geschlüpfte Küken (in Brütereien):
Deutschland, Jahre, Geflügelart. Verfügbar unter https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon?language=de&sequenz=tabelleErgebnis&selectionname=41321-0001&leerzeilen=false [20.04.2017]
Diese sogenannten Eintagsküken werden entweder in einem als „Homogenisator“ bezeichneten Häcksler bei lebendigem Leib geschreddert oder mit Kohlendioxid vergast.27Verbraucherzentrale (2018): Tötung von Eintagsküken: Diese Alternativen gibt es. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/toetung-von-eintagskueken-diese-alternativen-gibt-es-11924 [02.08.2018]

Schlachtung von Legehennen aus der Massentierhaltung

Da ihre Legeleistung mit der Zeit nachlässt, werden auch die Legehennen in der Massentierhaltung – unabhängig von der Haltungsform – bereits im Alter von etwa einem Jahr geschlachtet und durch jüngere, leistungsfähigere Tiere ersetzt. Jedes Jahr werden aus Profitgründen mehrere Millionen Legehennen getötet. Die Geflügelwirtschaft kalkuliert außerdem ein, dass 10 % der Hennen bereits während der Eierproduktion sterben.28Burch, D. G. S. (2012). Laying Hen Mortality by System – a Welfare Guide? Veterinary Record 171, no. 25, pp. 649–50. doi:10.1136/vr.e8582. Verfügbar unter http://veterinaryrecord.bmj.com/content/171/25/649.full?keytype=ref&ijkey=WqR5Rkys2eSuCuX

Gesundheitsrisiko Eikonsum

In Deutschland werden jährlich etwa 230 Eier pro Person gegessen.29International Egg Commission (2015): Egg Industry Review 2015. Verfügbar unter http://www.internationalegg.com/wp-content/uploads/2015/08/AnnualReview_2015.pdf [02.01.2017]. Der Konsum von Eiern geht mit Gesundheitsrisiken einher. So haben Eier beispielsweise einen hohen Cholesteringehalt und können Atherosklerose fördern, wodurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht wird. Eier sind auch der perfekte Wirt für Salmonellen, die bei Menschen und vielen Tieren Krankheiten verursachen können. Auch Lebensmittelskandale wie mit Dioxin oder Fipronil verseuchte Eier regen immer mehr Verbrauchende dazu an, ihren Eikonsum zu reduzieren oder vollständig auf gesündere pflanzliche Alternativen umzusteigen.

Pflanzliche Ei-Alternativen werden immer beliebter

Ob für Backwaren und Desserts oder für Mayonnaise und Sauce hollandaise – Eier sind eine wichtige Zutat in vielen Gerichten. Wegen der industriellen Produktionsmethoden sind Eier mit erheblichen negativen Auswirkungen auf das Tierwohl, die Umwelt und unsere Gesundheit verbunden. Für jeden Zweck gibt es gesunde pflanzliche Ei-Alternativen, die die von dem jeweiligen Rezept geforderte Funktion erfüllen. Dazu gehören zum Beispiel Apfelmus oder Bananen zum Backen und Kala Namak (Schwarzsalz) für einen typischen Eigeschmack.

ProVeg unterstützt die Verfügbarkeit von pflanzlichen Ei-Alternativen

ProVeg weist nicht nur auf gesunde tierleidfreie Alternativen hin, sondern macht diese auch leichter verfügbar. Innovative Unternehmen, die mit ihrem Produkt den Veggie-Markt bereichern möchten, werden von ProVeg beraten und unterstützt. Das Qualitätssiegel V-Label, das in Deutschland von ProVeg vergeben wird, erleichtert den Einkauf und hilft dabei, vegetarische und vegane Alternativen auf einen Blick zu erkennen. Des Weiteren fördert ProVeg Food Services mit individuellen Schulungen die Erweiterung des pflanzlichen Angebots in der Gemeinschafts- und Systemgastronomie.

Quellen   [ + ]

1. Brade, W. et al. (eds) (2008): Legehuhnzucht und Eiererzeugung: Empfehlungen für die Praxis. Landbauforschung Sonderheft 322. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut. Verfügbar unter https://www.thuenen.de/media/publikationen/landbauforschung-sonderhefte/lbf_sh322.pdf. [02.01.2017]
2. Smith, C. L. & S. L. Zielinski (2015): Schlaue Hühner. Verfügbar unter http://www.spektrum.de/news/schlaue-huehner/1342910. [01.08.2018]
3. Hoy, S., (ed) (2009): Nutztierethologie: 35 Tabellen. UTB Agrarwissenschaften, Veterinärmedizin 3312. Stuttgart: Ulmer. S. 210
4. Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.: Artgerechte Tierhaltung: Hühner. Verfügbar unter: https://etnev.de/tierschutz/artgerechte-tierhaltung/huehner [01.08.2018]
5. HühnerHaltung: Wissenswertes rund ums Huhn. Verfügbar unter: https://www.huehner-haltung.de/haltung/verhalten/wissenswertes/ [01.08.2018]
6. Collias, N. E. (1987): The Vocal Repertoire of the Red Junglefowl: A Spectrographic Classification and the Code of Communication. The Condor, no. 89 (n.d.): pp. 510–24.
7. Smith, C. L. & S. L. Zielinski (2015): Schlaue Hühner. Verfügbar unter http://www.spektrum.de/news/schlaue-huehner/1342910. [02.01.2017]
8. Rugani, R., L. Fontanari, E. Simoni et al. (2009):. Arithmetic in Newborn Chicks. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences 276, no. 1666 (July 7, 2009): pp. 2451–60.
9. Nature 471, no. 7338 (March 17, 2011): 268–268. doi:10.1038/471268c.
10. Edgar, J.L., E.S. Paul & C.J. Nicol (2013): Protective Mother Hens: Cognitive Influences on the Avian Maternal Response. Animal Behaviour 86, no. 2, pp. 223–29. doi:10.1016/j.anbehav.2013.05.004.
11. Hauser, J. & B. Huber-Eicher (2004): Do Domestic Hens Discriminate between Familiar and Unfamiliar Conspecifics in the Absence of Visual Cues? Applied Animal Behaviour Science 85, no. 1–2 (January 2004): pp. 65–76.
12. Statistisches Bundesamt (2016): Tiere und tierische Erzeugung – Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltun.gsformen_DE.html [27.01.2018]
13. Hoy, S., (ed) (2009): Nutztierethologie: 35 Tabellen. UTB Agrarwissenschaften, Veterinärmedizin 3312. Stuttgart: Ulmer. S. 204
14, 21. Statistisches Bundesamt (2015): Tiere und tierische Erzeugung: Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltungsformen_DE.html [03.04.2017]
15. Statistisches Bundesamt (2017): Knapp 12 Milliarden Eier in Deutschland im Jahr 2016 produziert. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/AktuellGefluegel.html [04.04.2017]
16. TierSchNutzV: Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer
zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung
17. Hoy, S., (ed) (2009): Nutztierethologie: 35 Tabellen. UTB Agrarwissenschaften, Veterinärmedizin 3312. Stuttgart: Ulmer. S. 207 – 209
18, 20, 23. Statistisches Bundesamt (2016): Tiere und tierische Erzeugung: Betriebe mit Lege­hennen­haltung, Eiererzeu­gung und Lege­leistung nach Haltungs­formen und Größen­klassen der Hennen­haltungs­plätze im Berichts­jahr 2016. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Betriebe_Legehennenhaltung_Eiererzeugung_Legeleistung_nach_Haltungsformen_DE.html [03.04.2017]
19. Commission Regulation (EC) No 557/2007 of 23 May 2007 laying down detailed rules for implementing Council Regulation (EC) No 1028/2006 on marketing standards for eggs
22. BMEL (2009): Ab 2010 keine Eier mehr aus Käfighaltung. Pressemitteilung Nr. 299 vom 29.12.09. Verfügbar unter http://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2009/299-LI-Ab2010keineEierAusKaefighaltung.html [03.04.2017]
24. Bilcík, B. & L. J. Keeling (2000). Relationship between Feather Pecking and Ground Pecking in Laying Hens and the Effect of Group Size. Applied Animal Behaviour Science 68, no. 1 (May 5, 2000): pp. 55–66.
25. Breward, J., & M. J. Gentle (1985): Neuroma Formation and Abnormal Afferent Nerve Discharges after Partial Beak Amputation (Beak Trimming) in Poultry. Experientia 41, no. 9 (September 15, 1985): pp. 1132–34
26. Statistisches Bundesamt (2016): Eingelegte Bruteier, Geschlüpfte Küken (in Brütereien):
Deutschland, Jahre, Geflügelart. Verfügbar unter https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon?language=de&sequenz=tabelleErgebnis&selectionname=41321-0001&leerzeilen=false [20.04.2017]
27. Verbraucherzentrale (2018): Tötung von Eintagsküken: Diese Alternativen gibt es. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/toetung-von-eintagskueken-diese-alternativen-gibt-es-11924 [02.08.2018]
28. Burch, D. G. S. (2012). Laying Hen Mortality by System – a Welfare Guide? Veterinary Record 171, no. 25, pp. 649–50. doi:10.1136/vr.e8582. Verfügbar unter http://veterinaryrecord.bmj.com/content/171/25/649.full?keytype=ref&ijkey=WqR5Rkys2eSuCuX
29. International Egg Commission (2015): Egg Industry Review 2015. Verfügbar unter http://www.internationalegg.com/wp-content/uploads/2015/08/AnnualReview_2015.pdf [02.01.2017].
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