Interviews | ProVeg

ProVeg USA stellt sich vor

Michael Webermann / Bildquelle: ProVeg

ProVeg ist nun auch in den USA vertreten. Welch wichtige Rolle das Land, in dem über 300 Millionen Menschen leben, für das Erreichen der 50by40-Mission von ProVeg spielt, verraten Sarah Lux und Michael Webermann im Interview.

Sarah Lux arbeitete 9 Jahre lang für die Nichtregierungsorganisation Farm Sanctuary, bevor sie zu ProVeg kam. Sie hat Umweltwissenschaften studiert und wohnt mit ihrem Hund und ihrer Katze in Kalifornien. Bei ProVeg ist sie für das Fundraising in den USA zuständig.

Sarah Lux
Sarah Lux kümmert sich bei ProVeg USA um das Fundraising. Bildquelle: ProVeg

Sarah, woran arbeitest du gerade?

Momentan arbeite ich daran, eine Unterstützerbasis in Nordamerika aufzubauen. ProVeg leistet so großartige Arbeit, dass es mir eine Freude ist, den Menschen in Amerika die Organisation vorzustellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, uns zu unterstützen. ProVeg wird durch Spenden finanziert und somit durch die Großzügigkeit und das Mitgefühl unserer Unterstützerinnen und Unterstützer, die jeden Erfolg von ProVeg erst möglich machen. Dafür sind wir ungemein dankbar.

Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz von ProVeg von anderen in den USA tätigen Organisationen?

Mir gefällt besonders der globale Ansatz. ProVeg arbeitet rund um die Uhr daran, weltweit den Konsum tierischer Produkte bis zum Jahr 2040 um 50 % zu verringern. Hierzu setzen wir möglichst effektive Kampagnen ein, um Veränderungen in den wichtigsten Zielgruppen zu schaffen und somit den Wandel zu beschleunigen. Gleichzeitig arbeiten wir mit anderen gemeinnützigen Organisationen zusammen.

Wie war es früher und wie wird die vegan-vegetarische Ernährung heute von der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Ich lebe nun seit 24 Jahren vegan. In dieser Zeit hat sich die Wahrnehmung der Öffentlichkeit deutlich verändert: Früher wurden Menschen, die sich vegan ernährten, als kränklich angesehen. Über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Klimawandel wurde nur in kleinen akademischen Nischen geredet. Die meisten Menschen hatten noch nie etwas von der Massentierhaltung gehört und veganer Käse war ein besonders empfindliches Thema. Heute hat sich das grundlegend geändert: Das Bewusstsein dafür, wie sich unsere Ernährungsgewohnheiten auf die sogenannten Nutztiere, die Umweltkrise und unsere Gesundheit auswirken, ist stark gestiegen. Mittlerweile gibt es sogar köstlichen veganen Käse.

Pro Gesundheit

Eine vollwertige pflanzliche Ernährung kann dabei helfen, den meisten Zivilisationskrankheiten vorzubeugen, weshalb immer mehr Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsinstitutionen pflanzliche Ernährungsweisen befürworten.

Michael Webermann ist Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation Better Eating International und leitet nun das Länderbüro von ProVeg in den USA. In seiner Freizeit liebt er es, typisch amerikanische Gerichte zu veganisieren und an Karaoke-Wettbewerben teilzunehmen.

Michael Webermann leitet das Länderbüro von ProVeg in den USA. Bildquelle: ProVeg

Michael, kannst du uns vegane Restaurants in den USA empfehlen?

Die USA haben ein so vielfältiges Spektrum an pflanzlichen Lebensmitteln, das von internationalen Optionen, die bereits vegan sind, über gesunde Vollwertkost bis hin zu köstlich veganisiertem amerikanischem Soul Food reicht. Ich persönlich denke, dass Soul Food unsere Spezialität ist. Zu finden ist es beispielsweise in den Restaurants „NuVegan“ in Washington, D.C., oder im „The Land of Kush“ in Baltimore, Maryland. Hinzu kommen sogenannte Gastropubs: Immer mehr Bars und Brauereien bieten kreative vegane Menüs an. Die besten rein pflanzlichen Brauhäuser befinden sich in Austin, Texas („The Beer Plant“), und Portland, Oregon („Modern Times Beer“). Außerdem gibt es einige gehobene pflanzliche Restaurants. Die berühmtesten sind das „Candle 79“ in New York City und das „Crossroads Kitchen“ in Los Angeles, Kalifornien.

Was möchtest du langfristig mit ProVeg in den USA erreichen?

Wir haben mehrere Ziele für ProVeg in den USA. Das Hauptziel ist, die internationalen Bemühungen von ProVeg beim Fundraising und Finanzmanagement zu unterstützen, da wir in den USA durch unsere enthusiastische Spendenkultur der ideale Ort für das Co-Management einer internationalen Nichtregierungsorganisation sind. Zusätzlich wollen wir die gemeinsame Kraft der amerikanischen Veggie-Bewegung und der zahlreichen Influencerinnen und Influencer in den USA nutzen, um die pflanzliche Lebensweise populärer zu machen, günstigere und schmackhaftere pflanzliche Lebensmittel auf den Markt zu bringen und die institutionelle Unterstützung für den Konsum von tierischen Produkten zu reduzieren. Da die USA zu den einflussreichsten Ländern gehören, erwartet ProVeg hier einen hohen Multiplikatoreffekt.

Was sind deine Pläne für ProVeg in den USA?

Ich sehe ProVeg als eine verbindende Kraft für die pflanzliche Bewegung. Denn hier wird eine mutige Mission mit einem professionellen und pragmatischen Ansatz verbunden. Auf diese Weise kann ProVeg die Bemühungen anderer Organisationen unterstützen, Lücken schließen und die globale Lage im Blick behalten, um festzustellen, wo wir am effektivsten agieren können. Daher sind meine ersten Schritte, die Bedürfnisse hier in den USA einzuschätzen und ein Team aufzubauen.

Last updated: 03.06.2020

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