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Vegan-Trend: Zahlen und Fakten zum Veggie-Markt

Fr 11.01.2019

Vegane Restaurants und Cafés boomen, vegane Kochbücher sind Bestseller und das pflanzliche Angebot im Supermarkt und Discounter wird immer vielfältiger. Veggie-Produkte haben einen festen Platz am Markt eingenommen, denn das Interesse an der pflanzlichen Küche wächst. ProVeg präsentiert die wichtigsten Daten und Fakten zum Vegan-Trend auf einen Blick.

Steigende Anzahl vegan-vegetarisch lebender Menschen

In Deutschland ernähren sich rund 8 Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Millionen Menschen vegan. Täglich kommen laut Schätzungen etwa 2.000 Vegetarierinnen und Vegetarier sowie 200 Veganerinnen und Veganer hinzu. Auch global ist der vegane Trend zu erkennen. Die Anzahl der vegan-vegetarisch lebenden Menschen wird weltweit auf 1 Milliarde geschätzt.1Institut für Demoskopie Allensbach (2016): AWA 2016 – Allensbacher Marktanalyse Werbeträgeranalyse, Online unter: https://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/AWA/AWA2016/Codebuchausschnitte/AWA2016_Codebuch_Essen_Trinken_Rauchen.pdf [11.06.2019] 2Skopos (2016): 1,3 Millionen Deutsche leben vegan.
Online unter: https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.html [11.06.2019]

Das Veggie-Sortiment wächst stetig

Pflanzliche Alternativen finden sich heute in jedem Supermarkt. Laut Marktforschungsinstitut Nielsen hat der Umsatz mit Veggie-Produkten im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten ein neues Rekordhoch erreicht. 960 Millionen Euro wurden von 2017 bis 2018 mit veganen und vegetarischen Lebensmitteln umgesetzt. Das ist ein Umsatzplus von 30 % gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres.3Czinkota, Birgit (2018): „Marktentwicklung: Rasantes Wachstum“, In: Lebensmittel Zeitung vom 27.04.2018 Die Discounter konnten ihre Jahresumsätze um mehr als ein Drittel steigern, während der klassische Lebensmitteleinzelhandel eine Umsatzsteigerung um 23 % mit Veggie-Produkten verzeichnete.4Schmitt, Silke (2017): „Marktentwicklung: Das Sortiment wird breiter“, In: Lebensmittel Zeitung vom 17.11.2017

Mehr vegane als vegetarische Produkte in Deutschland

Seit einigen Jahren dominiert Deutschland den veganen Markt. Hier gibt es mehr vegane Produktneuheiten als in jedem anderen europäischen Land. Laut dem Marktforschungsunternehmen Mintel kamen zwischen Juli 2017 und Juni 2018 15 % der weltweit neuen veganen Produkte aus der Bundesrepublik. 8 % der Lebensmittel- und Getränkeeinführungen in Deutschland sind als vegetarisch ausgezeichnet und 14 % als vegan. Zwischen Juli 2013 und Juni 2018 haben sich vegane Produkteinführungen mehr als verdreifacht.5Mintel (2018) Deutschland dominiert weiterhin bei veganen Produkteinführungen. Online unter: http://de.mintel.com/pressestelle/deutschland-dominiert-weiterhin-bei-veganen-produkteinfuehrungen [11.06.2019] Zum Vergleich: Im Jahr 2012 machten vegane Neueinführungen nur 1 % und vegetarische Neueinführungen nur 3 % aus.6Mintel (2017): Deutschland die Nr 1 bei veganen Lebensmitteleinführungen. Online unter: http://de.mintel.com/pressestelle/deutschland-die-nr-1-bei-veganen-lebensmitteleinfuehrungen [11.06.2019]

Umsatzsteigerungen bei Fleischalternativen

Noch vor einigen Jahren waren pflanzliche Fleisch- und Wurstalternativen ausschließlich in ausgewählten Bioläden zu finden, heute gehören sie in jedem Supermarkt zum Produktsortiment dazu. Fleischalternativen verzeichnen seit 2008 ein stetiges Umsatzplus von jährlich rund 30 %.7Schmitt, Silke (2017): „Marktentwicklung: Preissenkung bleibt ohne Wirkung“, Lebensmittel Zeitung vom 24.3.2017 Im Jahr 2015 waren es über 150 Millionen Euro Umsatz mit vegan-vegetarischen Wurst- und Fleischalternativen. Das marktführende Unternehmen bei vegetarischen Teilfertiggerichten und Snacks im Lebensmitteleinzelhandel verzeichnet Umsätze von rund 22 Millionen Euro im Jahr.

Laut Nielsen wuchs das Veggie-Sortiment in Discountern um 40 % und in Supermärkten um bis zu 17 %. Ein Ende dieses Aufwärtstrends ist nicht in Sicht, denn die Produkte werden stetig weiterentwickelt. Vielfältige Rohstoffe wie Erbsenprotein, Bohnen oder Lupinen werden für die innovativen Produkte eingesetzt, die das breite Angebot an Fleisch- und Wurstalternativen auf Soja- und Seitanbasis ergänzen.8Lebensmittel Zeitung (2017): „Heristo will Rügenwalder im Veggie-Markt auf die Pelle rücken“, Lebensmittel Zeitung vom 03.11.2017

Milchalternativen und pflanzliche Brotaufstriche boomen

Werden zu den Fleischalternativen die pflanzlichen Brotaufstriche hinzugerechnet, so ergibt sich laut GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) ein Gesamtumsatz von 213 Millionen Euro für 2014. Dies ist eine Steigerung von 73 % in den vergangenen 5 Jahren. Das derzeit marktführende Unternehmen im Bereich Milchalternativen konnte 2014 ein Umsatzplus von 20 % verkünden. Dies deckt sich mit den Zahlen der GfK, die bei pflanzlicher Milch von einer Zunahme von 15 % und bei Sojajoghurt sogar von 43 % ausgeht. Ein wachsendes Segment ist auch der Markt der veganen Käsealternativen. Von Frischkäse über Streukäse für Pizza und Lasagne bis hin zu Camembert und Mozzarella: Die Produktpalette wächst stetig. Als Grundlage setzen die herstellenden Firmen auf vielfältige Rohstoffe wie Nüsse, Stärke, Hefe, Kokosöl, Soja, Tempeh, Vollkornreis und Flohsamenschalen.9GFK (2015): Für „Veggie“ stehen die Zeichen auf Grün, Consumer Index Total Grocery 03 | 2015, Online unter: https://www.gfk.com/fileadmin/user_upload/dyna_content/DE/documents/News/Consumer_Index/CI_03_2015.pdf [11.06.2019]

Kundschaft ist offen für vegane Produkte

Dass immer mehr vegane Alternativprodukte gekauft werden, liegt auch an den aufgeschlossenen jungen Konsumentinnen und Konsumenten. Diese partizipieren häufig stärker am veganen Trend als andere gesellschaftliche Gruppen. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Mintel kauft fast jeder Fünfte der 16- bis 24-Jährigen Fleischalternativen. YouGov fand Anfang 2015 heraus, dass insgesamt 41 % der Deutschen fleischfreien Wurstwaren gegenüber aufgeschlossen sind.10IFH (2016): Vegetarisch & Vegan: Modeerscheinung oder nachhaltiger Wachstumsimpuls?, Online unter: https://www.ifhkoeln.de/pressemitteilungen/details/vegan-boom-kernmarkt-der-vegetarischen-und-veganen-lebensmittel-waechst-auf-454-millionen-euro/ [11.06.2019]

Immer mehr Produkte tragen das V-Label

Neben der Zunahme von Veggie-Produkten werden immer mehr Produkte mit dem V-Label ausgezeichnet. Es ist ein international geschütztes Qualitätssiegel zur Kennzeichnung von vegetarischen und veganen Produkten. Laut einer aktuellen Studie kennen 58 % der Verbraucherinnen und Verbraucher das V-Label. In Deutschland trugen es 2016 bereits 5.000 Produkte. In ganz Europa gibt es 10.000 lizenzierte Produkte. Das V-Label ist eine eingetragene Marke in 27 Ländern.11Biopinio (13.02.2016): ‚Bio-Fachhandel & vegan: Das Ende des Booms?‘, biopinio-Umfrage zu Ernährungsgewohnheiten, Online unter: http://pollion.com/wp-content/uploads/2016/02/Pr%C3%A4sentation-Vegan-BioFach-20160213.pdf [11.06.2019]

Vegane Kochbücher sind Bestseller

Der Vegan-Trend macht auch vor dem Buchhandel nicht halt. ProVeg beobachtet seit einigen Jahren die Entwicklungen: Wurden 2010 nur 3 vegane Kochbücher veröffentlicht, waren es 2015 bereits 119. Zusammen mit den Neuveröffentlichungen 2017 gibt es mittlerweile über 620 vegane Kochbücher auf dem deutschen Markt. Von Ratgebern für den Einstieg in die pflanzliche Kochkunst bis hin zu Rezeptsammlungen für absolute Profis ist alles dabei. Alle, die sich nicht für ein Buch entscheiden können, finden bei ProVeg zahlreiche vegane Rezepte zum Nachkochen.

Immer mehr vegane Restaurants

Auch in der Gastronomie ist der vegane Trend angekommen. Laut einer Erhebung von ProVeg gibt es mittlerweile mehr als 250 rein vegane Gastronomiebetriebe in Deutschland. Allein Berlin verzeichnet mehr als 75 vegane Restaurants und Cafés. An zweiter Stelle steht München mit 13 pflanzlichen Gastrobetrieben, gefolgt von Leipzig und Köln. Pro Kopf gerechnet gibt es in Kassel, Leipzig und Jena die meisten veganen Restaurants. Deutschlandweit verzeichnet ProVeg 2017 einen Anstieg der veganen Gastronomiebetriebe um 5 % im Vergleich zum Vorjahr.

Vegan-Trend in der Gemeinschaftsverpflegung

Laut dem GV-Barometer 2018 gehören vegetarische und vegane Speisen zu den am häufigsten aufgegriffenen Trends in der Gemeinschaftsverpflegung (GV). Insgesamt 65 % der GV-Betriebe erwarten für die nächsten 3 Jahre eine zunehmende Bedeutung von vegan-vegetarischem Essen. ProVeg erstellt regelmäßig Rankings im Gastronomiebereich. Eine Betrachtung der Betriebsverpflegung zeigt, dass beim Essen am Arbeitsplatz 40 % fleischfreie und 15 % vegane Mahlzeiten ausgewählt werden. Der Trend ist auch auf Fachmessen wie der Biofach und der Internorga zu erkennen. Die von ProVeg mitgestaltete Erlebniswelt Vegan feiert seit mehreren Jahren große Erfolge auf der Biofach-Messe.

Vegane Mode und vegane Kosmetik sind gefragt

Vor allem Frauenzeitschriften greifen das Thema vegane Mode zunehmend auf und immer mehr vegane Bekleidungsgeschäfte werden eröffnet. Angesagte Modelabel steigen immer häufiger auf pflanzliche Materialien um oder erweitern ihr Sortiment um Kleidungsstücke aus tierleidfreien Stoffen. Das beweisen internationale Modeveranstaltungen wie die Berliner Fashion Week jedes Jahr erneut. Selbst in der Kosmetikindustrie ist der Trend zu veganer Kosmetik zu erkennen. Das im Lebensmitteleinzelhandel bereits etablierte V-Label kennzeichnet seit Ende 2017 auch vegetarische und vegane Kosmetik- und Körperpflegeprodukte und erleichtert Verbraucherinnen und Verbrauchern somit die Orientierung beim Einkauf.

Veggie-Veranstaltungen schärfen das Bewusstsein

Vegan-vegetarische Veranstaltungen sind heute populärer denn je. Das von ProVeg mitorganisierte Vegane Sommerfest Berlin gilt mit über 130 Markt- und Informationsständen und über 65.000 Besucherinnen und Besuchern als das größte Veggie-Event der Welt. Daneben ist die VeggieWorld die größte Publikumsmesse rund um die vegane Lebensweise. ProVeg ist Schirmherr und Ideengeber der VeggieWorld-Messen. Eine weitere große Veggie-Messe ist die „veggie & frei von“ in Stuttgart. Zudem steigt die Anzahl veganer Weihnachtsmärkte von Jahr zu Jahr. Mit insgesamt 16 Veranstaltungen bundesweit fanden 2017 mehr vegane Weihnachtsmärkte als je zuvor statt.

Gesundheitsmarkt erkennt Veggie-Trend

Immer mehr ärztliches Fachpersonal und Ernährungsfachleute erkennen die gesundheitlichen Vorteile einer vegan-vegetarischen Ernährung bei der Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen. Bei VegMed, Europas einzigartigem Fachkongress für Medizin und pflanzenbetonte Ernährung, haben sie die Möglichkeit, sich auszutauschen und weiterzubilden. 2018 nahmen 1.300 Personen aus den Bereichen Medizin, Forschung, Ernährung und Gesundheit an dem Kongress in Berlin teil. Im Jahr 2016 waren es 850. Dies zeigt, dass auch in der Gesundheitsversorgung der vegane Trend angekommen ist.

Stars und Sternchen leben den veganen Lifestyle

Immer mehr Hollywoodstars, Musikerinnen und Musiker sowie andere berühmte Persönlichkeiten wie Hochleistungssportlerinnen und -sportler sprechen sich für eine pflanzliche Lebensweise aus. Miley Cyrus, Pamela Anderson, Johnny Depp und Natalie Portman sind nur einige von vielen prominenten Veggies. Kein Wunder also, dass immer mehr Zeitschriften über vegane Themen berichten.

Quellen   [ + ]

1. Institut für Demoskopie Allensbach (2016): AWA 2016 – Allensbacher Marktanalyse Werbeträgeranalyse, Online unter: https://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/AWA/AWA2016/Codebuchausschnitte/AWA2016_Codebuch_Essen_Trinken_Rauchen.pdf [11.06.2019]
2. Skopos (2016): 1,3 Millionen Deutsche leben vegan.
Online unter: https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.html [11.06.2019]
3. Czinkota, Birgit (2018): „Marktentwicklung: Rasantes Wachstum“, In: Lebensmittel Zeitung vom 27.04.2018
4. Schmitt, Silke (2017): „Marktentwicklung: Das Sortiment wird breiter“, In: Lebensmittel Zeitung vom 17.11.2017
5. Mintel (2018) Deutschland dominiert weiterhin bei veganen Produkteinführungen. Online unter: http://de.mintel.com/pressestelle/deutschland-dominiert-weiterhin-bei-veganen-produkteinfuehrungen [11.06.2019]
6. Mintel (2017): Deutschland die Nr 1 bei veganen Lebensmitteleinführungen. Online unter: http://de.mintel.com/pressestelle/deutschland-die-nr-1-bei-veganen-lebensmitteleinfuehrungen [11.06.2019]
7. Schmitt, Silke (2017): „Marktentwicklung: Preissenkung bleibt ohne Wirkung“, Lebensmittel Zeitung vom 24.3.2017
8. Lebensmittel Zeitung (2017): „Heristo will Rügenwalder im Veggie-Markt auf die Pelle rücken“, Lebensmittel Zeitung vom 03.11.2017
9. GFK (2015): Für „Veggie“ stehen die Zeichen auf Grün, Consumer Index Total Grocery 03 | 2015, Online unter: https://www.gfk.com/fileadmin/user_upload/dyna_content/DE/documents/News/Consumer_Index/CI_03_2015.pdf [11.06.2019]
10. IFH (2016): Vegetarisch & Vegan: Modeerscheinung oder nachhaltiger Wachstumsimpuls?, Online unter: https://www.ifhkoeln.de/pressemitteilungen/details/vegan-boom-kernmarkt-der-vegetarischen-und-veganen-lebensmittel-waechst-auf-454-millionen-euro/ [11.06.2019]
11. Biopinio (13.02.2016): ‚Bio-Fachhandel & vegan: Das Ende des Booms?‘, biopinio-Umfrage zu Ernährungsgewohnheiten, Online unter: http://pollion.com/wp-content/uploads/2016/02/Pr%C3%A4sentation-Vegan-BioFach-20160213.pdf [11.06.2019]
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